Leseproben

Auszug aus dem unveröffentlichten Roman "45 Millimeter"

Ich schob die Tür auf und der Gestank von schalem Bier, Benzin und Pisse schlug mir entgegen. Ich sah mich um, so wie ich es immer tat, wenn ich ein fremdes Lokal betrat, um mögliche Fluchtwege zu checken. Mann konnte ja nie wissen und ich hasste Überraschungen!

 

An einem runden Ecktisch saß ein junges Paar mit seinen beiden Kindern. Ein kleiner Junge und ein etwa zehnjähriges Mädchen. Der Junge plärrte nervenaufreibend und verlangte unüberhörbar sein Spielzeug zurück, das ihm die genervte Mutter offensichtlich abgenommen hatte.

 

Ich bemerkte sofort, dass mich zwei Typen mit Cowboyhüten, die an den Spielautomaten herumlungerten, argwöhnig beäugten und steuerte wachsam auf den verwaisten Tresen zu. Ich setzte mich auf einen der Hocker und rief nach der Bedienung. Nichts tat sich...

Ich vernahm deutlich Stimmen und Gepolter aus der Küche und rief erneut. Diesmal lauter.

»EINEN MOMENT, VERDAMMT! ICH KOMM JA GLEICH!«, brüllte jemand cholerisch aus der Küche zurück. 

 

Jetzt wurde mir das Ganze zu bunt. Ich schwang mich über die Theke, stieß die Tür zur Küche auf und … dann blieb mir die Spucke weg!

»Was soll die Scheiße, Mann! Gäste haben zur Küche keinen Zutritt. Verschwinde, du Penner!«, schrie mir der verschwitzte Koch, dessen Schwanz im Arsch einer jungen Kellnerin steckte, wutschnaubend und mit heruntergelassener Hose entgegen.         »Entschuldigen sie die Störung. Dürfte ich vielleicht ihre Toilette benutzen?«, fragte ich ihn mit einem breiten Grinsen.

»Den Gang runter bis zum Zigarettenautomaten. Dann links und nochmal links! Wenn du scheißen musst, schlag dich gefälligst draußen in die Büsche! Der verdammte Regen hat die Sickergrube überlaufen lassen! Da geht nichts mehr!«

 

Kopfschüttelnd überließ ich die beiden wieder ihrer "Mitarbeiterversammlung".

Im Waschraum angekommen erfrischte ich mich erstmal und hielt meine Handgelenke unter kaltes Wasser. Ich beugte mich zum Waschbecken runter und benetzte Gesicht und Nacken ebenfalls mit dem kühlen Nass. Wie gut das tat. Herrlich.

Ich erschrak, als ich ein narbiges Gesicht hinter mir im Spiegel erblickte, nachdem ich mich wieder aufgerichtet hatte. Bevor ich mich versah, hielt der Fremde mir einen Schlagstock an die Kehle und zog mit beiden Händen zu. Am Helm und an der Uniform erkannte ich, dass er ein Motorradcop war. Seine Augen verbarg er hinter einer verspiegelten Sonnenbrille.

 

»Was gibt´s denn Officer? Bin ich etwa zu schnell gefahren? Das kann man doch sicherlich auch anders regeln.« Er zog den Stock noch fester und mir wurde schwarz vor Augen.

»Kehr um, solange du noch kannst. Ich kann dir nur raten die Beiden nicht weiter zu verfolgen. Lass dir das eine Warnung sein!«

Ich spürte einen dumpfen Schlag auf den Hinterkopf. Dann wurde es Dunkel...

 


 

 

 

 

Kurzgeschichte

 

aus dem Buch "Gift - Dunkle Geschichten"

 

 

VÖ: Sommer 2019


 

 

 

 

 

Kurzgeschichte

 

 

aus dem Buch "Die merkwürdigen

Verhaltensweisen der Anderen ...!"

 

Erhältlich in allen

Buchhandlungen

und Online-Shops!


 

 

 

 

 

Auszug

 

aus dem Buch "5928 STICHE"